VBuE – Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung©

Herzlich Willkommen zur Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung© (VBuE)

Das Institut KINDERWELTEN steht für den Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung© (VBuE)  in Kitas und Schulen. Sein inklusive Praxiskonzept bietet eine Orientierung für die systematische Weiterentwicklung der eigenen Praxis. Das Ziel: eine diversitätssensible, diskriminierungkritische Pädagogik, die Bildungsgerechtigkeit und tatsächliche Inklusion möglich macht.

RÜCKBLICK

Anti-Bias Approch

Der Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung© (VBuE) des Institut Kinderwelten e.V. basiert auf dem Anti-Bias Approach, der in den 1980er Jahren von Louise Derman-Sparks, Carol Brunson Day und weiteren Kolleg*innen für die pädagogische Arbeit mit Kindern ab zwei Jahren entwickelt wurde. Entstanden ist dieser im Umfeld des Pacific Oaks College in Kalifornien – durch ein Team von Pädagoginnen of Color und weißen Pädagoginnen, das gemeinsam an einer diskriminierungskritischen Praxis arbeitete.

Der Ansatz wurde vielfach weitergedacht, unter anderem in Südafrika, wo er im Zusammenhang mit der Anti-Apartheid-Bewegung eine stark politische und gemeinschaftsorientierte Ausrichtung erhielt.

Im deutschsprachigen Raum fand er ab den 2000er Jahren auf unterschiedliche Weise Eingang in pädagogische und bildungspolitische Zusammenhänge. In der Frühpädagogik war es das Projekt KINDERWELTEN, das den Anti-Bias-Ansatz erstmals systematisch mit dem Situationsansatz verknüpfte. Der Situationsansatz ist ein pädagogisches Konzept, das Kinder in ihren individuellen Lebenslagen und ihrer sozialen Umwelt wahrnimmt, ihre Erfahrungen und Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt und sie als aktive Gestalter*innen ihrer Lernprozesse sieht.

Aus dieser Verbindung entstand schließlich der eigenständige konzeptionelle Rahmen der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung©.

Dabei ist die Weiterentwicklung niemals abgeschlossen. Seit den ersten Kinderwelten-Projekten vor 25 Jahren wurden die Grundpfeiler des Ansatzes beibehalten, jedoch im Austausch mit Fachpraxis und Forschung, mit Communities und Kooperationspartner*innen sind weitere Einflüsse hinzugekommen: So finden sich Bestandteile dekolonialer Pädagogik, queerer Ansätze, intersektionaler Perspektiven, postmigrantischer Inhalte und Wissensbestände aus klassismuskritischen und ableismuskritischen Auseinandersetzungen in neueren Materialien und Veröffentlichungen. Und manches bedarf einer erneuten Überarbeitung.

KONZEPT

VBuE als systematisches Praxiskonzept

Das inklusive Praxiskonzept VBuE©  ist entlang von vier Handlungsfeldern strukturiert – der Interaktion mit Kindern, der Gestaltung der Lernumgebung, der Zusammenarbeit im Team und der Zusammenarbeit mit Familien – und enthält Prüffragen und Impulse in Form von Prinzipien und Methoden für eine diversitätsorientierte und diskriminierungskritische Kitapraxis. Der Ansatz basiert auf den UN-Kinderrechten und zielt auf Bildungsgerechtigkeit durch die Entfaltung der Lernpotentiale aller Kinder mit dem Abbau von Diskriminierung.

Die Kitapraxis in den vier Handlungsfeldern wird systematisch entlang von den vier Zielen des Ansatzes überprüft und weiterentwickelt:

ZIEL 01

ZIEL 02

ZIEL 03

ZIEL 04

Alle Kinder in ihren Identitäten stärken

Jedes Kind findet Anerkennung und Wertschätzung, als Individuum und als Mitglied einer bestimmten sozialen Gruppe. Dazu gehören Selbstvertrauen und ein Wissen um den eigenen Hintergrund.

Allen Kindern Erfahrungen mit Vielfalt ermöglichen

Auf der Basis einer gestärkten Ich- und Bezugsgruppen-Identität wird es Kindern ermöglicht, aktiv und bewusst Erfahrungen mit Menschen zu machen, die anders aussehen und sich anders verhalten als sie selbst, so dass sie sich mit ihnen wohl fühlen und Empathie entwickeln können.

Kritisches Denken über Gerechtigkeit anregen

Das kritische Denken von Kindern über Vorurteile, Einseitigkeiten und Diskriminierung anzuregen heißt auch, mit ihnen eine Sprache zu entwickeln, um sich darüber verständigen zu können, was gerecht und was ungerecht ist.

Aktiv gegen Unrecht und Diskriminierung

Kritisch denkende Kinder werden ermutigt, sich aktiv und gemeinsam mit anderen für Gerechtigkeit einzusetzen und sich gegen einseitige oder diskriminierende Verhaltensweisen zur Wehr zu setzen, die gegen sie selbst oder gegen andere gerichtet sind.

Die Kitapraxis in den vier Handlungsfeldern wird systematisch entlang von den vier Zielen des Ansatzes überprüft und weiterentwickelt.

Ziel 04 kommt eine besondere Bedeutung zu, denn das Eingreifen bei Ungerechtigkeiten wird häufig unterlassen. Damit jedoch werden Einseitigkeiten, Unsichtbarkeiten, Diskriminierungen bestätigt, akzeptabel, normal. Dies ist insbesondere schwerwiegend, wenn das Nicht-Handeln von den Autoritätspersonen in Bildungseinrichtungen ausgeht.

(vgl. ISTA/ Fachstelle Kinderwelten 2021, Derman-Sparks 2022)

Kontakt

Institut KINDERWELTEN
für diskriminierungskritische Bildung e.V.

Muskauer Straße 53
10997 Berlin, Deutschland

Telefon: +49 (0) 30 / 6 95 39 99 00
E-Mail: kontakt@kinderwelten.net

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